Ein Infarkt - Was ist das eigentlich?

Alle drei Minuten schlägt er zu, alle zehn Minuten tötet er: In Deutschland erleiden jährlich etwa 200000 Menschen einen Schlaganfall. Zu 80% durch eine Blutung eines geplatzten Hirngefäßes. Durchblutungsstörungen lösen meist ein Blutgerinnsel aus. Es bildet sich in der Hals-, Hauptschlagader oder im Herzen, wandert ins Gehirn und verstopft dort ein Gefäß. Durch Gerinnsel oder Blutung kommt kein sauerstoffreiches Blut mehr in einige Areale. Diese stellen die Funktion ein, es kommt zu Lähmungen. Teile der betroffenen Areale sterben nach wenigen Minuten ab. Eine weitere Ursache für eine Durchblutungsstörung sind Gefäßverengungen. Gefäßverengungen entstehen über Jahre hinweg meist an bevorzugten Stellen. Hier entstehen Ablagerungen, welche die betroffenen Gefäßwände nach innen verengen und verhärten (Arteriosklerose). Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können z. B. die versorgenden Gefäße von Gehirn und Herz durch weitere Ablagerungen soweit verschlossen werden, dass sich deren ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Nahrung zunehmend verschlechtert.

Woran erkenne ich einen Schlaganfall?

Die Symptome treten unvermittelt, schlagartig auf.

  • Lähmung einer Körperhälfte oder einzelner Glieder, Taubheitsgefühl
  • Kraftverlust
  • Sprach- oder Sprechstörungen (Lallen oder Probleme bei der Wortfindung)
  • Sehstörungen

Wer ist gefährdet?

Hauptsächlich Menschen mit Bluthochdruck. Er führt dazu, dass sich Ablagerungen oder Gerinnsel bilden, dass Gefäße platzen. Eine Reihe von Risikofaktoren erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Gefäßverengung und damit einen Infarkt zu erleiden.

Die Hauptrisikofaktoren:

  • Bewegungsmangel, Übergewicht
  • Rauchen, Alkoholmissbrauch
  • Fettstoffwechselstörung
  • Bluthochdruck
  • Zuckerkrankheit (Diabetes)
  • Seelische Belastungen
  • Vererbung

Wie kann ich vorbeugen?

Etwa 50 % aller Schlaganfälle können durch gesunde Lebensweise mit richtiger Ernährung, Sport, Beachtung und Behandlung der Risikofaktorenverhindert werden. Von größter Bedeutung ist das rechtzeitige Erkennen eines erhöhten Schlaganfall-Risikos.

Risikofaktoren für das Auftreten einer Gefäßwandverdickung in der Halsschlagader

  • Höheres Lebensalter
  • Zuckerkrankheit (Diabetes)
  • Übergewicht (erhöhter „Body-mass-Index“, BMI)
  • Erhöhtes Gesamtcholesterin / vermindertes HDL-Cholesterin
  • Erhöhte Triglyzeride
  • Bluthochdruck (Systolische Hypertonie)
  • Langjähriger Tabakgenuss
  • Abgelaufene Lungenentzündung (mit Chlamydia pneumoniae)
  • Abgelaufene Infektion mit Zytomegalievirus (CMV)
  • Erhöhtes Homosystein
  • Erhöhte Entzündungswerte (BSG, CRP)
  • Gefäßentzündung (Vaskulitis)
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom
  • Familiäre Belastung mit Schlaganfällen und Herzinfarkt

Die Messung der Gefäßwanddicke

(Intima-Media-Dicke)

Durch moderne Ultraschallgeräte kann die Gefäßwand der großen Halsschlagadern dargestellt und die Dicke bestimmter Wandstrukturen gemessen werden. Große Studien zeigen: Eine geringe Wanddicke bedeutet ein kleines Risiko für das Auftreten von Herzinfarkt und Schlaganfall. Durch eine konsequente Behandlung von Gefäßrisikofaktoren lässt sich die Wanddicke verringern.

Früherkennung arterielle Verschlusskrankheit

Mittels Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ABI) kann auf eine sehr einfache, schnelle und schmerzfreie Weise eine arterielle Verschlusskrankheit festgestellt werden. Bei der Indexerstellung wird der arterielle Druck im Arm und am Fußknöchel gegengerechnet. Gibt es zwischen diesen Messergebnissen von Arm und Fuß auffällige Unterschiede, dann besteht der Verdacht einer arteriellen Verschlusserkrankung.

Pulswellengeschwindigkeit

Eine erhöhte Pulswellengeschwindigkeit entsteht aufgrund verhärteter Gefäßwände in den Arterien. Sie gilt als wichtiger Hinweis auf drohende oder bereits bestehende Gefäßverkalkungen. Diese wiederum bedingen ein erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko.

Schlaganfall-Risiko-Analyse

(SRA: Stroke Risk Analysis)

Erkennung von Vorhofflimmern Das Vorhofflimmern ist der größte einzelne Risikofaktor für ausgedehnte Schlaganfälle im höheren Lebensalter. Da diese Erkrankung zunächst meist Anfallsartig und symptomlos auftritt, ist sie schwer zu diagnostizieren. Schätzungsweise 300.000 Menschen in Deutschland haben Vorhofflimmern ohne es zu wissen. Daher ist es von größter Bedeutung Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen um Schlaganfälle zu verhindern. Mittels der Schlaganfall-Risiko-Analyse (SRA) lässt sich aufgrund modernster mathematischer Analyseverfahren durch eine einstündige EKG-Ableitung das Risiko für das Bestehen oder das Risiko für das Auftreten von Vorhofflimmern und anderen Herzrhythmusstörungen erfassen.

Kausch & Lippert
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